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Rezept – das kann ich tun

Partizipation bei Entscheidungen – Konsent

Zutaten

* Entscheidungen
* Kolleg:innen, Projektteam bzw. Arbeits-Partner:innen
* Lust etwas Neues auszuprobieren


Wie können wir gemeinsam entscheiden ohne zermürbende Konsens-Diskussionen oder Mehrheits-Abstimmungen (dafür-dagegen), wobei im worst-case knapp die Hälfte der Menschen einfach überstimmt werden können? Es gibt ein Entscheidungsprinzip, das versucht, alle gleichermaßen zu beteiligen, und gleichzeitig lange Diskussionen zu vermeiden. Das ist der Konsent.
Das Konsentprinzip stammt aus dem Modell der Soziokratie
Entscheidend ist – im Unterschied zum Konsens – die Entscheidungs-Frage: „Hat jemand einen schwerwiegenden Einwand gegen diesen Entscheidungsvorschlag?“
Beim Konsent geht es eher darum, dass niemand „nein“ sagt. (Im Gegensatz zum Konsens, wo alle „ja“ sagen sollen.) Es geht also nicht um die Suche nach der perfekten Entscheidung, sondern es wird eine Entscheidung gesucht, mit der alle leben können, die sich in der „OK-Zone“ befindet. Oder anders gesagt: Eine Entscheidung, die es wert ist, ausprobiert zu werden. („Good enough for now, save enough to try.“)
Diejenige Person, die eine Entscheidung herbeiführen möchte, formuliert den Entscheidungsvorschlag und bringt das Thema auf den Tisch. Dann kommt die Gelegenheit für alle Beteiligten, klärende Fragen zu stellen. Danach geht es an die Konsent-Entscheidung: „Hat jemand einen schwerwiegenden Einwand gegen diesen Vorschlag?“ Jemand, der einen schwerwiegenden Einwand hat, muss argumentieren, warum er oder sie anderer Meinung ist. Auf diese Weise dient der Einwand auch dazu, den bisherigen Vorschlag zu verbessern. Wenn niemand einen schwerwiegenden Einwand hat, bzw. die Einwände ausgeräumt werden konnten, ist der Vorschlag angenommen! Die Entscheidung ist getroffen.
Die Konsent-Methode fördert konstruktive Gegenargumente und alternative Vorschläge. Dabei zählt das Argument und nicht die Mehrheit oder Position. Alle sind gleichwertig beteiligt.
Wenn sich die Entscheidung in der Praxis dann nicht bewährt, kann jede:r einen schwerwiegenden Einwand liefern und so seinen Konsent zurückzuziehen. Dann kommt das Thema wieder zur Entscheidung.
Mittlerweile gibt es einige Unternehmen/Organisationen, die das Konsent-Prinzip anwenden. Gehört Ihre Organisation auch dazu?

Viel Spaß beim kochen!

Wer das Rezept ausprobiert oder abgewandelt hat, gerne kommentieren!





Dieses Rezept ist von Kerstin Seeger


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