Für die Zigarette danach – Ballot Bins

* Raucherbereich(e)
* Abstimmung mit Gebäudereinigung über Leerung der Boxen
* Tool für Fragensammlung
* finanzielle Ressourcen (350-650€ pro Ballot Bin)


Zigarettenstummel gehören zu den am häufigsten weggeworfenen Gegenständen. Um die 80% der gerauchten Zigaretten weltweit werden unsachgemäß entsorgt. Hier setzen die Ballot Bins mit ihrem Nudging-Ansatz zur Verhaltensänderung an, denn sie bieten einen spielerischen Anreiz für eine umweltfreundliche Entsorgung von Kippen.

In den innovativen Aschenbecherkästen können eine Frage mit zwei Antworten zur Abstimmung gegeben werden. Die Mitarbeitenden zeigen ihre Meinung, indem sie ihre Zigarettenkippe in die Schlitze unter ihrer bevorzugten Antwort stecken. Der Wurf stapelt sich hinter der Klarglasfront in zwei Spalten und zeigt, welche Antwort beliebter ist. Die Fragen können vom Besitzer/von der Besitzerin des Ballot Bins leicht geändert werden. Sie können witzig, aktuell, ernst oder provokant sein. Die Option Fragen zu stellen bietet zudem die Möglichkeit aufwandslos Meinungen von Mitarbeitenden einzuholen (z.B. „wünschen Sie sich mehr Vegane Optionen in der Mensa“), aber auch diese aufzuklären (z.B. „Wussten Sie, dass eine weggeworfene Kippe bis zu 60 Liter Wasser verschmutzt?“).

Step 1: Informieren Sie sich über Anbieter:innen und Preise (z.B. http://www.ballotbin.de/ oder kippster.de)

Step 2: Erstellen Sie einen Onepager / PPT Slide mit Infos und Argumenten (viele finden sich schon in diesem Rezept :))

Step 3: Beziehen Sie das Facility Management und eine:n Entscheidungsträger:in mit ein

Step 4: Klären Sie Fragen der Beschaffung, des Standorts, der Betreuung und der Leerung. (Durch die große Kapazität der Behälter ist eine Leerung nicht wöchentlich nötig und zugleich werden Zigarettenstummel quasi automatisch schon von anderen Müllmaterialien getrennt. Dies erleichtert die Entsorgung.)

Step 5: Beziehen Sie die Mitarbeitenden mit ein und sensibiliesieren Sie sie für das Thema. Es bietet sich z.B an, die Mitarbeitenden partizipativ in die Fragenfindung einzubinden! Kitzeln Sie deren kreative Ideen heraus!

Step 6: Behälter bestellen, diese aufstellen und sich über weniger Verschmutzung durch Zigarettenstummeln freuen!

Step 7: Die Mitarbeitenden regelmäßig über neue Fragen oder „Abstimmungsergebnisse“ informieren

Viel Spaß beim kochen!

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Dieses Rezept ist von Janina

Partizipation bei Entscheidungen – Konsent

* Entscheidungen
* Kolleg:innen, Projektteam bzw. Arbeits-Partner:innen
* Lust etwas Neues auszuprobieren


Wie können wir gemeinsam entscheiden ohne zermürbende Konsens-Diskussionen oder Mehrheits-Abstimmungen (dafür-dagegen), wobei im worst-case knapp die Hälfte der Menschen einfach überstimmt werden können? Es gibt ein Entscheidungsprinzip, das versucht, alle gleichermaßen zu beteiligen, und gleichzeitig lange Diskussionen zu vermeiden. Das ist der Konsent.
Das Konsentprinzip stammt aus dem Modell der Soziokratie
Entscheidend ist – im Unterschied zum Konsens – die Entscheidungs-Frage: „Hat jemand einen schwerwiegenden Einwand gegen diesen Entscheidungsvorschlag?“
Beim Konsent geht es eher darum, dass niemand „nein“ sagt. (Im Gegensatz zum Konsens, wo alle „ja“ sagen sollen.) Es geht also nicht um die Suche nach der perfekten Entscheidung, sondern es wird eine Entscheidung gesucht, mit der alle leben können, die sich in der „OK-Zone“ befindet. Oder anders gesagt: Eine Entscheidung, die es wert ist, ausprobiert zu werden. („Good enough for now, save enough to try.“)
Diejenige Person, die eine Entscheidung herbeiführen möchte, formuliert den Entscheidungsvorschlag und bringt das Thema auf den Tisch. Dann kommt die Gelegenheit für alle Beteiligten, klärende Fragen zu stellen. Danach geht es an die Konsent-Entscheidung: „Hat jemand einen schwerwiegenden Einwand gegen diesen Vorschlag?“ Jemand, der einen schwerwiegenden Einwand hat, muss argumentieren, warum er oder sie anderer Meinung ist. Auf diese Weise dient der Einwand auch dazu, den bisherigen Vorschlag zu verbessern. Wenn niemand einen schwerwiegenden Einwand hat, bzw. die Einwände ausgeräumt werden konnten, ist der Vorschlag angenommen! Die Entscheidung ist getroffen.
Die Konsent-Methode fördert konstruktive Gegenargumente und alternative Vorschläge. Dabei zählt das Argument und nicht die Mehrheit oder Position. Alle sind gleichwertig beteiligt.
Wenn sich die Entscheidung in der Praxis dann nicht bewährt, kann jede:r einen schwerwiegenden Einwand liefern und so seinen Konsent zurückzuziehen. Dann kommt das Thema wieder zur Entscheidung.
Mittlerweile gibt es einige Unternehmen/Organisationen, die das Konsent-Prinzip anwenden. Gehört Ihre Organisation auch dazu?

Viel Spaß beim kochen!

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Dieses Rezept ist von Kerstin Seeger

Suchmaschinenwahl: mit Köpfchen + Herz

* ein kurzes Innehalten
* eine nachhaltige Suchmaschine


2019 sorgte eine Studie des Thinktanks „The Shift Project“ weltweit für Aufregung: Gemäß der Studie käme das Internet – wäre es ein Staat – auf Platz sechs in Sachen Energieverbrauch. Ein nicht unwesentlicher Faktor für diesen enormen Stromverbrauch sind Suchanfragen. Alleine der Marktführer Google muss TÄGLICH mehr als 5,6 Milliarden Suchanfragen bewältigen, das sind 65.000 Suchanfragen in der SEKUNDE. Es gibt keine offiziellen Zahlen zum Stromverbrauch für eine Suchanfrage von Google, aber Expert:innen schätzen, dass eine Suche rund 0,3 Wattstunden verbraucht. Sprich: 20 Mal gesucht (ich versuche mir das Wort googeln abzugewöhnen, um mich nicht zum kostenlosen Werbeträger für dieses Unternehmen zu machen), hat man in etwa soviel Energie verbraucht wie eine Energiesparlampe in einer Stunde. Oft ist das Suchen zum Ersatz fürs Nachdenken geworden, es geht ja so einfach und schnell. Ehe man sich genau überlegt hat, was eigentlich gesucht wird ist schon die erste Suche im Netz versenkt und 0,3 Wattstunden vergeudet.

Also, vor der nächsten Suche kurz innehalten und überlegen, ob es diese Suche wirklich braucht.
Auch bei der Auswahl der Suchmaschine haben wir in gewisser Weise Alternativen. Der wesentliche Aspekt für mich ist dabei der Schutz meiner Daten. Leider kommt man an Google, was die Qualität der Suchergebnisse betrifft, nicht vorbei. Aber es gibt trotzdem eine Alternative, die uns dabei hilft unsere Daten nicht zur Ware zu machen:

Startpage greift auf die Suchergebnisse von Google zurück, ist aber eine Art Vermittler zwischen uns und dem Internet-Riesen. Startpage stellt so sicher, dass unsere persönlichen Daten geschützt bleiben, wir anonym surfen können und wir nicht getrackt werden können, denn Google selbst bekommt weder unseren Standort noch unsere IP-Adresse zu sehen. Außerdem werden keine Cookies gesetzt.
Obwohl die Ergebnisse von Google selbst kommen, unterscheiden sich die Suchergebnisse möglicherweise. Das liegt daran, dass mangels Daten keine personalisierten Ergebnisse ausgespielt werden können. Vielleicht ja auch in Ihrer Firma ein guter Kompromiss?

Viel Spaß beim kochen!

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Dieses Rezept ist von Frank Braun

Redeanteil in Teammeetings verändern

* regelmäßiges Teammeeting
* Kolleg:innen, Projektteam, Arbeits-Partner:innen
* Lust etwas Neues auszuprobieren
* Das Team überzeugen
* Moderator:in


„Alle schlafen, einer spricht – das nennt man dann … Unterricht.“ 😉
Auch in Teammeetings läuft es manchmal so ähnlich. Es gibt typische Wortführer*innen, die Leitungsperson hat häufig hohe Redeanteile. Manche meinen, man müsse über Redeanteile seine Position bzw. Wichtigkeit ausdrücken. Andere haben sich in einer passiven Rolle eingefunden.

Wir können es aber auch anders ausprobieren, im Vertrauen darauf, dass alle etwas beitragen. Damit im Teammeeting alle partizipieren, und alle in etwa gleich viel zu Wort kommen, unabhängig von ihrer Position, sind neue Moderationsformate gefragt.

Anmerkung: Bei manchen Themen ist es natürlich sinnvoll, dass Expertinnen mehr sprechen. Dann sollten die Redeanteile aber auch dem Maß der fachlichen Expertise entsprechen und nicht mit Position oder Rede-Gewohnheit einhergehen.


Damit alle zu Wort kommen, und auch die Leisen ihre Ideen und Gedanken einbringen können, eignet sich das „Sprechen im Kreis“: Reihum sagt jede*r einen Impuls zum jeweiligen Thema. Wichtig ist dabei, dass es nur ein Aspekt ist (4-5 Sätze, kein Kurzreferat), und dass während der Runde keine Diskussion entsteht. Darauf achtet der/die Moderatorin. Jede*r hat reihum die Gelegenheit, sich zu äußern.

Das hat nichts damit zu tun, dass man sich im Kreis dreht. Im Gegenteil: Alle werden gehört, alle haben die Chance, sich zu äußern, und alle Ideen und Positionen kommen sofort auf den Tisch. Darauf basierend können gute Entscheidungen getroffen werden.
Keine Sorge, es dauert nicht länger, als die vielleicht üblichen Monologe von Einzelnen und die Ergebnisse der Schwarmintelligenz sind beeindruckend.

Nebenbei üben sich die Leisen im Sprechen, die Lauten üben sich im Zuhören. Es macht wirklich Freude, alle zu hören, und entlastet auch den Einzelnen, da man sehr darauf vertrauen kann, dass ein Thema über die Kurz-Statements umfassend beleuchtet wird.
Diese Methode eignet sich besonders, wenn ein Meinungsbild zu einem Thema wichtig ist, oder als Rückblick / Ausblick, sowie als Entscheidungsvorbereitung.

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Dieses Rezept ist von
Kerstin Seeger

Rezept ReplacePlastic

ReplacePlastic – die Plattform für bewusste Unternehmen + Konsument:innen

* ein Produkt für End-Verbraucher:innen
* Reduktion von Plastik und Verpackungsmüll als Ziel
* Wunsch nach Sichtbarkeit


Für mitgestaltende Konsument:innen:
* Smartphone
* Blick für plastikhaltige Verpackungen


Für Konsument:innen
Das Smartphone immer griffbereit? Genervt von zuviel Plastik- und Verpackungsmüll, z.B. den regionalen Tomaten in Plastikverpackung oder dem neuen Gesellschaftsspiel in Papp- und Hartplastikverpackung, plus extra Folierung? Beste Voraussetzung, um die App ReplacePlastic in den Alltag aufzunehmen:
Mit der App ReplacePlastic scannen Sie den Barcode eines betroffenen Produkts. Wenn das Produkt bereits hinterlegt ist, senden Sie, vollautomatisch und mit allen vorausgefüllten Daten, aus der App heraus einen Hinweis an den oder die Hersteller:in / Händler:in, ob es möglich ist, den Plastikanteil zu reduzieren. Klingt einfach? Ist es auch! Bei hinterlegten Daten dauert die Durchführung keine 2 Minuten und der Hinweis ist an die Verantwortlichen versandt. Sollten zu einem Produkt keine Daten vorhanden sein, haben Sie die Möglichkeit, die Daten zu ergänzen.

Für Unternehmen
Und hier kommen Sie als Unternehmer:in ins Spiel:
Sie achten in Ihrem Unternehmen bereits auf die Reduktion von Plastik- und Verpackungsmüll, oder stellen gerade um? In der App ReplacePlastic werden nicht nur Unternehmen auf zuviel Plastik aufmerksam gemacht, sondern sie hilft den Konsument:innen auch dabei Alternativprodukte zu finden. Ihres könnte auch dabei sein? Hier können Sie sich als „Andersmacher:in“ zeigen.

Die Reichweite der App wird durch die einsehbaren Zahlen deutlich: In der App oder auch auf der Webseite können Sie Statistiken ansehen, die zeigen wie viele Verpackungen bereits gescannt wurden, wie viele E-Mails versendet, welche Anbieter:innen am häufigsten kontaktiert werden, welche Produkte kürzlich gescannt und wegen welcher Produkte kürzlich E-Mails verschickt wurden. Eine Freude für umweltbewusste Statistikfans, statistikbegeisterte Umweltfans und viele Weitere.

Passend zum Thema
• Für Unternehmen ein weiterer Anstoß, Verpackungs- und Plastikmüll zu reduzieren. Wer seinen/ihren Betrieb Richtung „Zero Waste“ entwickeln möchte, kann auch Ausschau nach lokalen „Zero Waste Communities“ halten. Hier gibt es oft Unterstützung / Beratung / gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit!
• Rezept „Gutes sichtbar machen“ mit der Karte von Morgen

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Dieses Rezept ist von
Sebatian K.

Genügsamkeit im Unternehmen

* Strategische Überlegungen
* Strategie-Gespräche bzw. -Workshops
* Ein neues Alleinstellungsmerkmal


In einer WIRtschaft geht es nicht zwangsläufig um Profitmaximierung. Unternehmerische Ideen werden um ihrer selbst willen verwirklicht, weil Unternehmer:innen bzw. Mitarbeiter:innen ihrer Berufung folgen. Mit einer solchen Motivationslage kann im Unternehmen über Genügsamkeit nachgedacht werden. Als selbst bestimmte Strategie, um den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren, und die ursprüngliche Motivation für die Unternehmung beizubehalten. Ganz nebenbei erhält man damit auch ein Alleinstellungsmerkmal!

Sechs Beispiele für Genügsamkeits-Strategien
(so genannte „Suffizienzstrategien“)1

• Outputbegrenzung erlaubt einen stärkeren Fokus auf die Qualitätssteigerung und schafft inhaltliche und zeitliche Gestaltungsfreiräume.
• Die Mitarbeiter:innen-Anzahl zu begrenzen kann die Attraktivität der Arbeitsplätze erhöhen und die Kommunikation sowie Prozesse aufgrund der überschaubaren Firmenstruktur verbessern.
• Durch Eingrenzung des geographischen Aktionsradius können die Wertschöpfung in der Region gestärkt werden und individuellere Kundenberatung geboten werden.
• Wer den Gewinn begrenzt, stellt den ursprünglichen Unternehmenszweck in den Vordergrund. Bei Entscheidungen orientiert man sich am Sinn, an der (Produkt-)Qualität, und nicht am Gewinn.
• Bei einer Begrenzung des UnternehmerInnen-Lohns lassen sich die Inhaber:innen von der Überzeugung leiten, dass die eigene Arbeit nicht überdimensional mehr Wert ist, als die der Mitarbeiter:innen, und zahlen sich deshalb den gleichen oder minimal höheren Stundenlohn aus. Dies kann dazu führen, dass sich die Mitarbeiter:innen stärker mit der Firma identifizieren, als in Betrieben mit hohen Gehaltsunterschieden.
• Eine Begrenzung in puncto fossiler Mobilität legt den Fokus auf möglichst emissionsfreien Transport – auch in der Lieferkette.

Könnten solche Aspekte auch relevant für Ihr Unternehmen sein?



1) Nachzulesen in „Beseelte UnternehmerInnen“ von Christel Maurer

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Dieses Rezept ist von
Kerstin Seeger

Theorie U – eine Methode für nachhaltige Veränderung

* Willen zur Veränderung
* Teilnahme an den Kursen u.lab 1.0 und u.lab 2.0
* Mit anderen darüber reden

* In der eigenen Firma eine Arbeitsgruppe dazu bilden
* Englische Sprachkenntnisse (Kurs auf Englisch)


Die am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT, Boston) von Otto Scharmer entwickelte Theorie U geht von der Erkenntnis aus, dass die Wirksamkeit des Handelns am stärksten durch die innere Einstellung der/des Handelnden und der Orientierung auf die Zukunft beeinflusst wird. Dieses innere Wissen gezielt zugänglich und „zukunftsfähig“ nutzbar zu machen, ist Inhalt einer kostenlosen Schulungsreihe (u.lab 1.0 und u.lab 2.0) die derzeit jährlich und kostenlos vom MIT angeboten wird. In der Schulung entwickelt man eine neue Sicht auf sein Unternehmen und mögliche Veränderungspotentiale entlang eines U-förmig verlaufenden Transformationsprozesses, dessen Resultat in konkrete Handlungsoptionen mündet.

Die Theory U ist …
…ein Rahmenwerk, das einen Veränderungsprozess beschreibt, der sowohl persönlich, wie auch organisatorisch, in Gemeinschaften oder global stattfinden kann. 
…eine Geisteshaltung, die aus einem tieferen Bewusstsein für „das Ganze“ heraus agiert.
…eine Bewegung die weltweit vernetzt an einer gerechteren Zukunft „für alle“ arbeitet.  

Hier sind einige Fragen, die uns die Theorie U einlädt zu betrachten:
1. Berücksichtige ich den Standpunkt meines Gegenübers, wenn ich meine eigene Vision einer idealen Zukunft entwerfe?
2. Nehme ich die anderen Akteur:innen in meinem Ökosystem ernst oder negiere ich ihre Position?
3. Wird die Art und Weise, wie ich gegenwärtig arbeite, die Veränderung, die ich mir wünsche, aktiv begünstigen?

Ich habe die Schulung bereits zweimal durchlaufen. Es ist nicht unaufwendig aber lohnt sich in jedem Fall. Am besten ist es, wenn ihr dann noch andere in eurer Firma dafür begeistern könnt und gemeinsam dann themenorientierte Arbeitsgruppen bildet. Das bilden von Gruppen ist ohnehin Teil des Prozesses.

Links
https://theory-u.de (eine gute Zusammenfassung in deutscher Sprache)
https://www.ottoscharmer.com/theoryu
https://www.edx.org/course/ulab-leading-from-the-emerging-future (Plattform zur Einschreibung für den Kurs)

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Dieses Rezept ist von
Frank Braun

Finanz-Strategie: Investments überprüfen und neu ausrichten

* laufende Investments oder Geld zum Anlegen
* Finanz-Verantwortung oder Gespräche mit den Finanz-Verantwortliche:n
* Kommunikation

* das Gefühl, mit angelegtem Geld das Richtige zu fördern


Besitzt mein Unternehmen etwa einen Eurofighter oder fördert die Ausbeutung von Mensch und Natur? Das wollen die wenigsten von uns und dennoch steckt Unternehmens-Geld vielleicht in Anlage-Produkten, die genau das unterstützen. Damit besitzen wir am Ende doch einen Eurofighter oder befördern schlechte Arbeitsbedingungen und Natur-Zerstörung. Alles Dinge, die unsere WIRtschaft nicht wachsen lassen.
Deshalb ist es eine gute Idee, Investments zu überprüfen und ggf. „de-investieren“. „Deinvestition“ oder „Divestment“ ist das Gegenteil von Investment. Das bedeutet, dass unethische Aktien, Anleihen oder Investmentfonds abgestoßen werden. Daraufhin kann in andere Anlagen investiert werden. Nur in welche!?

Inzwischen haben sich für nachhaltige Geldanlagen erste Orientierungshilfen entwickelt. Mit den sogenannten ESG-Kriterien sind in der Finanzwelt anerkannte Nachhaltigkeitsstandards entstanden. Dabei steht „E“ (Environment) für ökologische Merkmale, „S“ (Social) für soziales Engagement und „G“ (Governance) für eine nachhaltige Unternehmensführung. Weitere Orientierung bieten Siegel und Rating-Plattformen, zum Beispiel diese:

* Das FNG-Siegel vom Forum Nachhaltige Geldanlagen wurde gemeinsam mit Finanzfachleuten und Experten aus Sozial- und Umweltorganisationen erarbeitet, um Fonds durch unabhängige Auditoren zu prüfen.

* Climetrics ist ein Klima-Rating für Fonds. Es bewertet Fonds anhand
der Klima-Auswirkungen der Aktien in seinem Portfolio. Hinter Climetrics stehen internationale Klimaexperten wie die Non-Profit-Organisation CDP (Carbon Disclosure Project).

Mit einer nachhaltigen Finanz-Strategie können unsere Unternehmen ökologische, ethische und soziale Unternehmen und Projekte zu unterstützen. Wir könnten mit einer „doppelten Dividende“ belohnt werden: einer Finanziellen und einer Fröhlichen!
Informieren Sie auch alle Kolleg:innen bzw. Mitarbeiter:innen zur Neu-Ausrichtung Ihrer Finanz-Strategie und geben Sie das Know-How weiter.

Variation
Der Finanz-Check kann natürlich auch im Privatleben angewendet werden.

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Dieses Rezept ist von
Kerstin Seeger

Stille üben in der Natur

* kein Handy oder Handy zumindest ausschalten
* Naturwahrnehmung in spürbarer Nähe (Baum, Pflanze, Stein, Landschaft, Tier…)
* schweigen

* einen schönen Platz zum sitzen oder liegen


Suche einen Ort auf, an dem Sie sich eine Stunde in Ruhe aufhalten können. Das kann draußen an einem Stadtbaum oder in einer Landschaft oder auf dem Balkon oder in der Wohnung sein. Hauptsache, Sie können an diesem Ort ungestört die Gegenwart der Natur – einschließlich der Natur in Ihnen spüren. Die Natur kann auch eine Zimmerpflanze sein oder einfach die Luft und das Licht im Raum. Oder ein Wald, eine Wiese, der Himmel oder ein Stein. Atmen Sie ruhig und schauen Sie unbestimmt in den Raum.
Achten Sie auf Ihre Wahrnehmungen, Ihre Gedanken, Gefühle. Lassen Sie sie wie Wolken vorbeiziehen und lösen Sie sich von ihnen, indem Sie nichts beurteilen und nichts festhalten. Sollten Sie sich beim Beurteilen und Festhalten ertappen, achten Sie auf Ihren Atem und richten Ihren Blick erneut ins Unbestimmte.
Lassen Sie die Begriffe, Sätze und Bilder, die sich einstellen, einfach erscheinen und wieder verschwinden. Gehen Sie eine Stunde mutig durch diesen Prozess der Wandlung in der Wahrnehmung.
Achten Sie am Schluss noch einmal auf Ihren Atem und fokussieren Ihren Blick oder auch Ihr Gehör auf das, was Ihnen nun begegnet. Danach bedanken Sie sich für das, was Sie empfangen haben, auch wenn Sie es nicht erfassen oder in Begriffe fassen können. Lassen Sie in den folgenden Stunden und Tagen ganz einfach und von alleine in Ihnen reifen, was die Natur Ihnen in dieser Stunde mitgeteilt hat. Und seien Sie gewiss: Etwas wird sich zeigen – und sei es nur die Neugierde auf etwas, was aus dem gewohnten menschlichen Blick geraten ist.

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Dieses Rezept ist von
Michael Schels

Bye, bye IT – wohin mit Altgeräten?

* Wertschätzung von Rohstoffen
* Lust auf Kontaktaufnahme zu lokalen Initiativen
* Über Abschreibungs-Zyklen hinaus-denken

* Etwas Koordinationsaufwand
* Rücksprache mit Finanzexpert:in
* Entsorgungs-Gebühr einsparen


Wird IT-Technik auch in Ihrem Unternehmen nach definierter Zeit (meist Abschreibungszyklus) ausgesondert und durch neue Produkte ersetzt, obwohl sie noch funktionsfähig ist?
Abgesehen davon, dass man diesen Umstand kritisch hinterfragen sollte, können wir zwischenzeitlich schon etwas tun, bis das grundsätzliche Phänomen bekämpft ist.

Vor Kurzem habe ich mit einem Unternehmen vereinbart, dass deren abgeschriebene IT-Technik und einige Möbel an einen gemeinnützigen Verein abgegeben werden – eine Win-win-Situation für alle: das Unternehmen muss seine Produkte nicht verschrotten lassen, der Verein und seine diversen Kooperationspartner erhalten funktionierende Produkte.

Halten Sie Ausschau nach Initiativen / Organisationen vor Ort, und fragen Sie nach, ob etwas benötigt wird, und falls ja, wie die Abholung zuverlässig geregelt wird. Sie haben den kleinen Aufwand, die Produkte zu listen und ggf. zu fotografieren, um sie in neue Hände zu übergeben. Zudem sollten Sie mit Ihren Finanzexpert:innen sprechen, wie die Aktion in der Buchführung abgebildet werden kann. Etwas Koordination steckt also dahinter, wobei Sie ja auch die Entsorgung der Geräte koordinieren und bezahlen müssten.

Sollten Sie keine Abnehmer:in finden, gibt es auch Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, Geschäfts-IT wieder fit zu machen für den preiswerten Weiterverkauf (so genannte „Refurbished IT“). Beispiele hierfür sind: „AfB – social and green IT“ oder „Green Panda“. Es gibt noch viele weitere Anbieter.

Sollte IT dennoch entsorgt werden müssen, denken Sie an die fachgerechte Entsorgung, damit wertvolle Rohstoffe recycelt werden können. Insbesondere für Handys gibt es mittlerweile fast überall Sammelaktionen und Sammelboxen verschiedener Firmen und Initiativen. Bei manchen Aktionen können Sie die Mobiltelefone sogar kostenfrei einschicken. Alle Geräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gold oder Kupfer. Diese sind zu wertvoll, als dass sie ungenutzt bleiben sollten, auch weil die Rohstoffgewinnung massive Probleme verursacht: Der Abbau ist meist mit Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit und Naturzerstörung verbunden! Umso wichtiger ist das fachgerechte Recycling, damit diese Rohstoffe zurückgewonnen und illegaler Export von Elektroschrott vermieden werden kann. IT-Geräte sollten also keinesfalls einfach nur im Sondermüll landen.

Abwandlung: Fragen Sie auch Ihre Mitarbeiter:innen, ob sie Firmengeräte für den Privatgebrauch benötigen. Auch hier muss auf Finanzthemen (geldwerter Vorteil) geachtet werden.

Bye, bye IT? Wenn Sie vor dieser Frage stehen, probieren Sie dieses Rezept aus.
Wer das Rezept ausprobiert oder abgewandelt hat, gerne kommentieren!





Dieses Rezept ist von
Kerstin Seeger