Theorie U – eine Methode für nachhaltige Veränderung

* Willen zur Veränderung
* Teilnahme an den Kursen u.lab 1.0 und u.lab 2.0
* Mit anderen darüber reden

* In der eigenen Firma eine Arbeitsgruppe dazu bilden
* Englische Sprachkenntnisse (Kurs auf Englisch)


Die am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT, Boston) von Otto Scharmer entwickelte Theorie U geht von der Erkenntnis aus, dass die Wirksamkeit des Handelns am stärksten durch die innere Einstellung der/des Handelnden und der Orientierung auf die Zukunft beeinflusst wird. Dieses innere Wissen gezielt zugänglich und „zukunftsfähig“ nutzbar zu machen, ist Inhalt einer kostenlosen Schulungsreihe (u.lab 1.0 und u.lab 2.0) die derzeit jährlich und kostenlos vom MIT angeboten wird. In der Schulung entwickelt man eine neue Sicht auf sein Unternehmen und mögliche Veränderungspotentiale entlang eines U-förmig verlaufenden Transformationsprozesses, dessen Resultat in konkrete Handlungsoptionen mündet.

Die Theory U ist …
…ein Rahmenwerk, das einen Veränderungsprozess beschreibt, der sowohl persönlich, wie auch organisatorisch, in Gemeinschaften oder global stattfinden kann. 
…eine Geisteshaltung, die aus einem tieferen Bewusstsein für „das Ganze“ heraus agiert.
…eine Bewegung die weltweit vernetzt an einer gerechteren Zukunft „für alle“ arbeitet.  

Hier sind einige Fragen, die uns die Theorie U einlädt zu betrachten:
1. Berücksichtige ich den Standpunkt meines Gegenübers, wenn ich meine eigene Vision einer idealen Zukunft entwerfe?
2. Nehme ich die anderen Akteur:innen in meinem Ökosystem ernst oder negiere ich ihre Position?
3. Wird die Art und Weise, wie ich gegenwärtig arbeite, die Veränderung, die ich mir wünsche, aktiv begünstigen?

Ich habe die Schulung bereits zweimal durchlaufen. Es ist nicht unaufwendig aber lohnt sich in jedem Fall. Am besten ist es, wenn ihr dann noch andere in eurer Firma dafür begeistern könnt und gemeinsam dann themenorientierte Arbeitsgruppen bildet. Das bilden von Gruppen ist ohnehin Teil des Prozesses.

Links
https://theory-u.de (eine gute Zusammenfassung in deutscher Sprache)
https://www.ottoscharmer.com/theoryu
https://www.edx.org/course/ulab-leading-from-the-emerging-future (Plattform zur Einschreibung für den Kurs)

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Frank Braun

Fair und bio in der Kaffeeküche

* Mut zum anders denken
* Kontakt zu einem Lieferanten für bio-fairen Kaffee
*
ggf. Zustimmung der Geschäftsleitung
* Gute Kommunikation in der Belegschaft


Fast in jedem Betrieb gibt es eine Kaffeeküche. Oftmals ist der Kaffee sogar kostenlos. Das ist toll! Aber wenn es sich nicht um bio-fairen Kaffee handelt, zahlen den Preis die Menschen auf den Feldern und die Natur. Daher habe ich in meinem Betrieb damals eine Initiative gestartet, den Kaffee umzustellen und das hat auch geklappt. Dabei gab es zwei wesentliche Hürden zu überwinden:

1. Es gab Vorurteile
Der Kaffee würde nicht schmecken oder dass der Fairtrade-Kaffee nicht für die Industrie-Kaffeemaschinen geeignet sei.
Bio-fairen Kaffee gibt es aber mittlerweile für alle Maschinentypen und lecker ist er auch! Das mit dem Geschmack lässt sich mit einem Kaffeetasting schnell ausräumen. Wichtig ist es, die Kolleg:innen mitzunehmen und nicht über deren Kopf hinweg zu entscheiden.

2. Der Preis
Natürlich ist bio-fairer Kaffee teurer. Wenn es der/die Arbeitgeber:in zahlt, ist dies abzustimmen. Evtl. sind die Mitarbeiter:innen ja sogar bereit für diese Entscheidung einen kleinen Obulus für den Kaffee zu entrichten, aber eigentlich sollte es ja auch im Sinne des:r Arbeitgebers:in sein, keine Produkte auszuschenken, die Mensch und/oder Natur schädigen.
Es ist ein kleiner symbolischer Akt, mit dem Arbeitgebende ein positives Zeichen bei der Belegschaft setzen kann. Manchmal brauchen die Firmen aber eben die eine Person, die den Anstoß dazu gibt. Bist du das?

Und nicht vergessen, schreiben sie uns ihre Erfahrungen an kontakt@wir-tschaft.jetzt. Wir freuen uns über Ergänzungen zum Rezept oder auch über neue Rezepte.

Viel Spaß beim kochen!

Wir sind sehr gespannt auf die Erfahrungen mit diesem Rezept.

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Frank Braun

Veranstaltungen nachhaltig planen und gestalten

* Veranstaltungsguide
* Guter Wille
* im Zweifel kompetente Beratung

* Gutes Marketing
* Offenheit für Neues


Ihre Veranstaltungen sind Ihre Visitenkarte. Sicherlich gibt es auch in Ihrer Firma Veranstaltungen für Mitarbeiter:innen oder Kund:innen. Egal ob es die Vertriebstagung ist oder eine Messepräsenz, hier können Sie sowohl bei ihren Mitarbeiter:innen als auch bei ihren Kund:innen Flagge zeigen und eine Veranstaltung planen und durchführen, die keine negativen Spuren hinterlässt.

Die Zutaten sind denkbar einfach. Man nehme den Veranstaltungsleitfaden des Umweltbundesamt und verteile die Aufgaben von A wie Abfallmanagement bis W wie Wasser mit der klaren Maßgabe, ökologische und soziale Aspekte mit zu berücksichtigen. Getreu dem Motto „Tue Gutes und sprich darüber” dann noch eine Prise „Gute Kommunikation“ und fertig ist das Menü, dass nicht nur bei Ihren Gästen gut ankommen wird.

Idealerweise hinterlegen Sie den Leitfaden samt eigener Erfahrungen, damit das Erlernte nicht wieder verloren geht.

Und nicht vergessen, schreiben sie uns ihre Erfahrungen an kontakt@wir-tschaft.jetzt. Wir freuen uns über Ergänzungen zum Rezept oder auch über neue Rezepte.

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Frank Braun

Beschaffung mit Weitblick

* Lust auf langlebige Produkte
* Mut
* Überzeugungskraft
* gründliche Recherche + Sachkenntnisse


Bei der Beschaffung ist neben der erforderlichen Qualität meist das Thema Kosten das wichtigste Kriterium bei der Lieferanten- und Produktauswahl. Wie oft habe ich schon gehört: „Die Idee finde ich gut, aber leider haben wir für diese nachhaltige Alternative kein Budget.“

Wie wäre es, wenn Sie bei Ihrer nächsten Anschaffung Ihre Rezeptur zur Entscheidungsfindung leicht variieren? Durch einen kleinen Perspektivwechsel bei der Kostenrechnung lässt sich gleich viel mehr Nachhaltigkeit mit in den Warenkorb legen:
Nehmen wir anstatt des Kaufpreises eines Produktes die Lebenszykluskosten (sprich die Kosten auf die gesamte zu erwartende Lebensdauer eines Produktes) als Grundlage für den Kostenvergleich. Dann sind nachhaltige Produkte oftmals die günstigere Alternative, da sie in der Regel z. B. weniger Strom, weniger Verbrauchsmaterial etc. benötigen. Schlagen Sie das Ihrem:r verantwortlichen Einkäufer:in vor oder, wenn Sie selbst verantwortlich sind: Stellen Sie die Kostenbetrachtung um und vergleichen Sie die Kosten auf diese Weise.

Tipp: Argumentativ können Sie sich beispielsweise auf diesen Artikel des Umweltbundesamtes beziehen, der die Vorgehensweise gut erklärt und auch eine Vielzahl von Tools verlinkt, die Ihnen bei der Ausarbeitung eines solchen Vergleichs helfen können.

So können Sie oftmals den vermeintlichen Zielkonflikt zwischen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit auflösen und können sich Nachhaltigkeit ohne langwierige Überzeugungsdiskussionen leisten.

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Frank Braun

Bahncard 100 statt Dienstwagen

* Mut
* Beruf mit Anspruch auf einen Dienstwagen
* Lust auf umweltfreundliche Mobilität
* Überzeugungskraft
* gute Vorbereitung


Ihnen steht ein Dienstwagen in Ihrer Firma zu aber Sie wollen neue Wege gehen und ein Zeichen setzen für das WIR in WIRtschaft? Dann ist dieses Rezept vielleicht genau das Richtige für Sie. Vielleicht gibt es in Ihrer Firma sogar schon eine entsprechende Vereinbarung, dass alternativ zum Dienstwagen auch eine Bahncard 100 bestellt werden kann. Wenn nicht, brechen Sie das Eis und stellen Sie den Antrag, hier eine neue Alternative zum Dienstwagen möglich zu machen.

Sie haben viele gute Argumente auf Ihrer Seite: Für die Firma ist das kostentechnisch allemal besser und für die Ökobilanz auch. Klar gilt es dabei abzuwägen, für welchen Bedarf der Dienstwagen benötigt wird. Ein:e Vertriebsmitarbeiter:in im ländlichen Raum wird wohl diese Alternative nicht wählen können, aber oftmals werden Dienstwagen Führungskräften als Teil der Vergütung zur Verfügung gestellt. Hier kann die Bahncard 100 eine echte Alternative sein.

Ich habe mich damals gut vorbereitet und die Kostenvorteile und die ökologischen Vorteile aufgrund der zu erwartenden Fahrleistung dargestellt. Damit hatte ich alle Argumente auf meiner Seite und es ist schwer für eine Firma, dann nein zu sagen.

Hier noch ein interessanter Artikel dazu, der auch die steuerlichen Aspekte dieser Alternative erklärt.

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Du bist hier der Chef: Produktentwicklung mitgestalten

* Wunsch nach Mitbestimmung bei der Produktentwicklung
* Wunsch nach fairen Preisen
* Bereitschaft ggf. etwas mehr für ein Produkt zu bezahlen, wenn es den eigenen Werten entspricht
* Produktfragebogen online ausfüllen oder/und Produkte kaufen



Bei der Initiative „Du bist hier der Chef!“ online mitmachen oder/und Produkte kaufen.
Um den Entstehungsprozess eines Produktes neu, fairer und transparenter zu gestalten, entscheiden die Verbraucher:innen selbst, was bei Lebensmitteln wichtig ist und wie diese produziert werden sollen. Die Idee ist, dass eine Community ihre Produkte selbst gestaltet, diese nach ihren Wünschen produzieren lässt und zu einem fairen Preis vermarktet.
So entscheiden die Verbraucher selbst, was für sie wichtig ist. Ein Produkt wird via online-Fragebogen gemeinsam ausgewählt, Erwartungen und Präferenzen können kundgetan werden, sowie relevante Produktmerkmale (Herkunft, Produktionsprozess, Vergütung für die Landwirte, Qualität, Tierwohl, Verpackungsart…). Auch der Verkaufspreis kann über die Produktmerkmale mitbestimmt werden. Demokratisch werden alle Antworten ausgewertet und zusammengefasst: So entsteht das ideale Produkt. Parallel werden Landwirte, Hersteller und Händler als Partner ausgesucht, damit das Produkt den Weg in die Supermarktregale finden kann. Sobald die Vermarktung läuft, wird die Einhaltung der festgelegten Produktmerkmale kontrolliert. So sollen gemeinsam wertvolle, faire und nachhaltige Produkte für alle entwickelt werden und eine gerechte Vergütung für Landwirte garantiert werden.
„Mach mit, entscheide mit, denn Du bist hier der Chef!“ Zitiert von: https://dubisthierderchef.de

Für Fortgeschrittene
Mithelfen, „Ihren“ Supermarkt ein bisschen fairer zu machen, und Brief-Vorlage an die Filial-Leitung adressieren.
https://dubisthierderchef.de/store-finder

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Gutes sichtbar machen

* Sie suchen oder kennen eine tolle Adresse für das WIR-tschaften
* Karte von Morgen: https://kartevonmorgen.org
* 10 Minuten Zeit


Kennen Sie das auch? Sie brauchen z.B. ein schönes Geschenk für eine:n Freund:in und eigentlich würdet ihr schon gerne etwas schenken, was weder Mensch noch Umwelt schadet. Oft wusste ich nur auf die Schnelle nicht, wo ich so etwas finden könnte. Dabei war ich überzeugt, es gibt eigentlich (fast) immer eine öko-faire Alternative. Aber manchmal fehlte mir dann einfach die Zeit, um erst einmal groß zu recherchieren, was es da alles so gibt. Schnell merkte ich im Gespräch mit Freunden, das ging nicht nur mir so. So habe ich angefangen, Adressen zu sammeln und diese auch mit anderen zu teilen, erst alleine, dann gemeinsam mit allen, die Lust hatten mitzuhelfen, für die Region Nürnberg. Daraus ist der Bluepingu Regionallotse entstanden (regionallotse.de) mit mittlerweile über 1600 Adressen für ein gutes Leben in Franken. Seit ein paar Jahren gibt es dieses Verzeichnis der „guten Dinge“ aber nicht nur für die Region Nürnberg, sondern eigentlich weltweit. Es heißt Karte von Morgen (Link siehe oben). Egal ob ich etwas suche oder selbst etwas Neues finde, mittlerweile habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, erst einmal dort nachzusehen, was ich in dieser Karte dazu finde. Z. B. als mein Sohn für sein Studium nach Hamburg zog und ich nach einem bio-fairen Frühstücks-Café suchte. Jeder kann hier mithelfen und seine Tipps eintragen. Die Öffnungszeit hat sich geändert? Kein Problem, auch das könnt ihr selbst ändern. Ich finde das richtig super, denn oft sind es ja noch eher kleine, oftmals unbekannte Unternehmen, die das WIR in Wirtschaft besser vorleben. Wenn wir alle dafür sorgen, dass solche Firmen, Vereine oder Bildungsprojekte leichter zu finden sind, dann werden sicherlich noch viel mehr Menschen diese wirksamen Alternativen nutzen.
Bestimmt kennen Sie auch einen solchen Ort…

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Frank Braun

Dingen, die ich nicht mehr nutze, ein neues Leben schenken

* Dinge, die du nicht mehr brauchst oder benutzt
* Zeit für eine kleine Inventur
* Ideen, wer die Sachen brauchen könnte


Wie schön könnte es wohl sein, Ballast abzuwerfen und dabei noch Freude zu schenken?
Ich weiß nicht, ob es Ihnen auch so geht, aber bei uns sammeln sich immer wieder Dinge an, die eigentlich noch gut sind, aber wir benutzen sie nicht mehr. Sei es ein Spiel, an dem wir uns satt gespielt haben, Kleidung, aus der wir herausgewachsen sind, oder Dinge, an denen wir schlicht das Interesse verloren haben. Zum Wegwerfen wäre das viel zu schade, und so sammelt sich dann immer wieder etwas an. Mittlerweile machen wir in der Familie so alle halbe Jahre mal Inventur, um dem Ballast gar nicht erst Zeit zu geben, sich im Keller festzuliegen. Nach ein wenig Recherche haben wir schnell Orte gefunden, die sich über funktionierende bzw. nutzbare Dinge aller Art freuen. Solche Orte gibt es bestimmt auch in eurer Nähe. Kleider geben wir bei einem schönen Second-Hand-Laden in der Nähe ab, alles, was mit Wohnen zu tun hat, am Gebrauchtwarenhof, ebenso Sport- und Spielsachen unserer Kinder. Auch der Verschenkladen freut sich über neue Dinge im Sortiment. Der Gebrauchtwarenhof ist übrigens auch ein toller Ort, um sich preiswert mit allem was man zum Leben braucht, einzudecken. Teils sind die Dinge dort kaum benutzt. Es ist jedes Mal befreiend, wenn wir so wieder Platz machen und gleichzeitig wissen, dass die Dinge an anderer Stelle weiter Nutzen stiften können. Und wenn ihr dann eure Orte, die Gebrauchtes weiter teilen, dann auch noch in die Karte von Morgen eintragt (siehe Rezept „Gutes sichtbar machen“), dann habt ihr gleich zwei gute Dinge miteinander verbunden und mitgeholfen, dass die Zubereitung dieses Rezeptes für andere leichter wird.

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Frank Braun