Genügsamkeit im Unternehmen

* Strategische Überlegungen
* Strategie-Gespräche bzw. -Workshops
* Ein neues Alleinstellungsmerkmal


In einer WIRtschaft geht es nicht zwangsläufig um Profitmaximierung. Unternehmerische Ideen werden um ihrer selbst willen verwirklicht, weil Unternehmer:innen bzw. Mitarbeiter:innen ihrer Berufung folgen. Mit einer solchen Motivationslage kann im Unternehmen über Genügsamkeit nachgedacht werden. Als selbst bestimmte Strategie, um den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren, und die ursprüngliche Motivation für die Unternehmung beizubehalten. Ganz nebenbei erhält man damit auch ein Alleinstellungsmerkmal!

Sechs Beispiele für Genügsamkeits-Strategien
(so genannte „Suffizienzstrategien“)1

• Outputbegrenzung erlaubt einen stärkeren Fokus auf die Qualitätssteigerung und schafft inhaltliche und zeitliche Gestaltungsfreiräume.
• Die Mitarbeiter:innen-Anzahl zu begrenzen kann die Attraktivität der Arbeitsplätze erhöhen und die Kommunikation sowie Prozesse aufgrund der überschaubaren Firmenstruktur verbessern.
• Durch Eingrenzung des geographischen Aktionsradius können die Wertschöpfung in der Region gestärkt werden und individuellere Kundenberatung geboten werden.
• Wer den Gewinn begrenzt, stellt den ursprünglichen Unternehmenszweck in den Vordergrund. Bei Entscheidungen orientiert man sich am Sinn, an der (Produkt-)Qualität, und nicht am Gewinn.
• Bei einer Begrenzung des UnternehmerInnen-Lohns lassen sich die Inhaber:innen von der Überzeugung leiten, dass die eigene Arbeit nicht überdimensional mehr Wert ist, als die der Mitarbeiter:innen, und zahlen sich deshalb den gleichen oder minimal höheren Stundenlohn aus. Dies kann dazu führen, dass sich die Mitarbeiter:innen stärker mit der Firma identifizieren, als in Betrieben mit hohen Gehaltsunterschieden.
• Eine Begrenzung in puncto fossiler Mobilität legt den Fokus auf möglichst emissionsfreien Transport – auch in der Lieferkette.

Könnten solche Aspekte auch relevant für Ihr Unternehmen sein?



1) Nachzulesen in „Beseelte UnternehmerInnen“ von Christel Maurer

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Dieses Rezept ist von
Kerstin Seeger

Finanz-Strategie: Investments überprüfen und neu ausrichten

* laufende Investments oder Geld zum Anlegen
* Finanz-Verantwortung oder Gespräche mit den Finanz-Verantwortliche:n
* Kommunikation

* das Gefühl, mit angelegtem Geld das Richtige zu fördern


Besitzt mein Unternehmen etwa einen Eurofighter oder fördert die Ausbeutung von Mensch und Natur? Das wollen die wenigsten von uns und dennoch steckt Unternehmens-Geld vielleicht in Anlage-Produkten, die genau das unterstützen. Damit besitzen wir am Ende doch einen Eurofighter oder befördern schlechte Arbeitsbedingungen und Natur-Zerstörung. Alles Dinge, die unsere WIRtschaft nicht wachsen lassen.
Deshalb ist es eine gute Idee, Investments zu überprüfen und ggf. „de-investieren“. „Deinvestition“ oder „Divestment“ ist das Gegenteil von Investment. Das bedeutet, dass unethische Aktien, Anleihen oder Investmentfonds abgestoßen werden. Daraufhin kann in andere Anlagen investiert werden. Nur in welche!?

Inzwischen haben sich für nachhaltige Geldanlagen erste Orientierungshilfen entwickelt. Mit den sogenannten ESG-Kriterien sind in der Finanzwelt anerkannte Nachhaltigkeitsstandards entstanden. Dabei steht „E“ (Environment) für ökologische Merkmale, „S“ (Social) für soziales Engagement und „G“ (Governance) für eine nachhaltige Unternehmensführung. Weitere Orientierung bieten Siegel und Rating-Plattformen, zum Beispiel diese:

* Das FNG-Siegel vom Forum Nachhaltige Geldanlagen wurde gemeinsam mit Finanzfachleuten und Experten aus Sozial- und Umweltorganisationen erarbeitet, um Fonds durch unabhängige Auditoren zu prüfen.

* Climetrics ist ein Klima-Rating für Fonds. Es bewertet Fonds anhand
der Klima-Auswirkungen der Aktien in seinem Portfolio. Hinter Climetrics stehen internationale Klimaexperten wie die Non-Profit-Organisation CDP (Carbon Disclosure Project).

Mit einer nachhaltigen Finanz-Strategie können unsere Unternehmen ökologische, ethische und soziale Unternehmen und Projekte zu unterstützen. Wir könnten mit einer „doppelten Dividende“ belohnt werden: einer Finanziellen und einer Fröhlichen!
Informieren Sie auch alle Kolleg:innen bzw. Mitarbeiter:innen zur Neu-Ausrichtung Ihrer Finanz-Strategie und geben Sie das Know-How weiter.

Variation
Der Finanz-Check kann natürlich auch im Privatleben angewendet werden.

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Kerstin Seeger

Bye, bye IT – wohin mit Altgeräten?

* Wertschätzung von Rohstoffen
* Lust auf Kontaktaufnahme zu lokalen Initiativen
* Über Abschreibungs-Zyklen hinaus-denken

* Etwas Koordinationsaufwand
* Rücksprache mit Finanzexpert:in
* Entsorgungs-Gebühr einsparen


Wird IT-Technik auch in Ihrem Unternehmen nach definierter Zeit (meist Abschreibungszyklus) ausgesondert und durch neue Produkte ersetzt, obwohl sie noch funktionsfähig ist?
Abgesehen davon, dass man diesen Umstand kritisch hinterfragen sollte, können wir zwischenzeitlich schon etwas tun, bis das grundsätzliche Phänomen bekämpft ist.

Vor Kurzem habe ich mit einem Unternehmen vereinbart, dass deren abgeschriebene IT-Technik und einige Möbel an einen gemeinnützigen Verein abgegeben werden – eine Win-win-Situation für alle: das Unternehmen muss seine Produkte nicht verschrotten lassen, der Verein und seine diversen Kooperationspartner erhalten funktionierende Produkte.

Halten Sie Ausschau nach Initiativen / Organisationen vor Ort, und fragen Sie nach, ob etwas benötigt wird, und falls ja, wie die Abholung zuverlässig geregelt wird. Sie haben den kleinen Aufwand, die Produkte zu listen und ggf. zu fotografieren, um sie in neue Hände zu übergeben. Zudem sollten Sie mit Ihren Finanzexpert:innen sprechen, wie die Aktion in der Buchführung abgebildet werden kann. Etwas Koordination steckt also dahinter, wobei Sie ja auch die Entsorgung der Geräte koordinieren und bezahlen müssten.

Sollten Sie keine Abnehmer:in finden, gibt es auch Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, Geschäfts-IT wieder fit zu machen für den preiswerten Weiterverkauf (so genannte “Refurbished IT”). Beispiele hierfür sind: “AfB – social and green IT” oder “Green Panda”. Es gibt noch viele weitere Anbieter.

Sollte IT dennoch entsorgt werden müssen, denken Sie an die fachgerechte Entsorgung, damit wertvolle Rohstoffe recycelt werden können. Insbesondere für Handys gibt es mittlerweile fast überall Sammelaktionen und Sammelboxen verschiedener Firmen und Initiativen. Bei manchen Aktionen können Sie die Mobiltelefone sogar kostenfrei einschicken. Alle Geräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gold oder Kupfer. Diese sind zu wertvoll, als dass sie ungenutzt bleiben sollten, auch weil die Rohstoffgewinnung massive Probleme verursacht: Der Abbau ist meist mit Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit und Naturzerstörung verbunden! Umso wichtiger ist das fachgerechte Recycling, damit diese Rohstoffe zurückgewonnen und illegaler Export von Elektroschrott vermieden werden kann. IT-Geräte sollten also keinesfalls einfach nur im Sondermüll landen.

Abwandlung: Fragen Sie auch Ihre Mitarbeiter:innen, ob sie Firmengeräte für den Privatgebrauch benötigen. Auch hier muss auf Finanzthemen (geldwerter Vorteil) geachtet werden.

Bye, bye IT? Wenn Sie vor dieser Frage stehen, probieren Sie dieses Rezept aus.
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Kerstin Seeger

Ein Garten im Betrieb

* Interesse am Gärtnern
* Experimentierfreude
* Kolleg:innen, Team
* Balkon, Dachterrasse, Innenhof, Außengelände im Betrieb
* Beschaffung von Materialien und Pflanzen
* Überzeugungszeit


Haben Sie ein Kräuterbeet oder sonstige essbare Pflanzen im Unternehmen? Warum eigentlich nicht? Wie wäre es mit Basilikum und Tomaten im Sommer? Ein leckerer Mozzarella dazu und das Mittagessen ist fast fertig… Außerdem ist so ein Pflanzbeet eine wunderbare Team-Aufgabe (das Aufstellen und auch die Pflege) und fördert die Kommunikation sowie den Wohlfühl-Faktor im Unternehmen. Was wollen Sie mehr?

Sprechen Sie im nächsten Team-Gespräch über Ihre Idee: Ein Hochbeet kann auf kleinstem Raum gebaut werden. Für den Start können sogar ein paar umfunktionierte Blumenkästen dienlich sein. Am besten, eine Person setzt den verantwortlichen „Gärtner:in-Hut“ auf und koordiniert das Aufstellen und Anpflanzen. Hier kann auch eine kleine Umfrage im Kolleg:innen-Kreis gestartet werden, welche Pflanzen gewünscht sind. Schön ist auch, wenn es Sitzgelegenheiten rund um das Beet gibt und so ein lebendiger Mittelpunkt geschaffen wird. Pflanzen regen zu vielen Gedanken und Gesprächen an: über Wertschätzung gegenüber Pflanzen und Nahrungsmitteln, über Ernährung, über das eigene Einkaufsverhalten oder einfach über die Schönheit der Natur. : )

Wer selbst Gemüse anbaut, weiß, wie stolz und zufrieden die Ernte machen kann, und wie köstlich sie sein kann – und sei sie noch so klein.
Am besten, Sie haben bereits ein paar Beispiele dabei, wie das Pflanzbeet aussehen könnte, und wissen, welche Materialien man dazu braucht.

Kleiner Tipp
Vielleicht gibt es auch an Ihrem Ort ein „Urban-Gardening-Projekt“. Schauen Sie einfach dort mal vorbei und informieren Sie sich über die Beet-Möglichkeiten.

Wir sind sehr gespannt auf die Erfahrungen mit diesem Rezept.

Probieren Sie dieses Rezept gleich mal aus.
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Kerstin Seeger

Den nächsten Workshop mitgestalten

* Lust auf gute Workshops
* Mut, vor mehreren Leuten zu sprechen
* Kolleg:innen, Team
* Gespräch über die Agenda
* Vorbereitungszeit


Haben auch Sie keine Lust mehr auf langweilige Workshops in Ihrem Unternehmen? Welche Themen beschäftigen die Mitarbeiter:innen wirklich? Worin besteht der Sinn der eigenen Tätigkeit? Wie können wir zum Wohl der Allgemeinheit, der Umwelt, der Zulieferer agieren? Wo möchten wir anfangen? All diese Fragen führen zum Kern einer Veränderung im Unternehmen.

Lassen Sie diese Themen beim nächsten Workshop einfließen. Besprechen Sie in Ihrer Organisation, wie und wann das möglich sein könnte.
Tipp: Beauftragen Sie eine:n erfahrene:n Expert:in, um den Workshop zu gestalten oder einen Impuls-Vortrag zu halten. Am besten eine Person, die auf dem Gebiet von sozial-ökologischer Transformation, Gemeinwohl-Ökonomie, freudvoller Arbeit, beseeltem Unternehmertum o.ä. unterwegs ist.

Abwandlung

Gründen Sie vor oder nach dem Workshop einen „Runden WIRtschaftstisch“ in Ihrer Organisation. Starten Sie mit 3-4 interessierten Kolleg:innen und sprechen Sie über die mögliche Veränderung in Ihrer Organisation. Am besten mit der Leitung absprechen oder diese gleich mit einladen!

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Kerstin Seeger

Teeküche oder Mittagspause umgestalten

* Teeküche und/oder Mittagspause
* Kolleg:innen, Team
* Fairtrade und Bio-Produkte
* Mut
* Überzeugungszeit
* Umstellung beim Einkauf


Wie sieht die Teeküche (falls vorhanden) bzw. die Mittagspause bei Ihnen im Unternehmen aus? Welcher Kaffee kommt aus der Kaffeemaschine? Welche Getränke gibt es sonst so? Wie ist der Kühlschrank bestückt?

Wenn wir uns über das WIRtschaften Gedanken machen, können wir im betrieblichen Alltag bei den scheinbaren Kleinigkeiten anfangen. Sie werden sehen, wenn hier einmal ein kleiner Start gemacht ist, kommt ein Stein ins Rollen, und die Kolleg:innen kommen auch bei größeren Dingen ins Nachdenken!

Regen Sie an, künftig Bio- und Fairtrade-Kaffee zu verwenden und schlagen Sie vor, in der Teeküche und bei der gemeinsamen Mittagspause auf Bio- und Fairtrade-Ware zu achten. Vielleicht sind Sie Team- oder Unternehmensleitung? Dann können Sie den Einkauf ggf. noch leichter beeinflussen.

Sprechen Sie das Thema beim nächsten Team-Gespräch an. Falls Überzeugungsarbeit notwendig ist, weisen Sie auf die öko-sozialen Folgen von konventionellen Produkten hin, und machen Sie deutlich, dass es Ihnen nicht egal ist, unter welchen Bedingungen produziert wird. Im besten Fall können Sie bereits eine bestimmte Marke oder ein bestimmtes Geschäft zum Einkauf empfehlen. Es sollte im Unternehmensumfeld oder auf der Fahrtroute liegen und praktisch machbar sein. Also nicht gleich die Kaffee-Rösterei am anderen Ende der Stadt empfehlen…

Auch wenn manche Kolleg:innen das Thema zunächst als „nicht so wichtig“ abtun – unterm Strich wird es Ihnen zugutekommen, dass Sie auf das Wohl aller achten und keine „Egal-Mentalität“ an den Tag legen. Geben Sie Ihren Kolleg:innen etwas Zeit und bleiben Sie dran.

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Kerstin Seeger

Impulse – zur Unternehmens-Entwicklung beitragen

* Lust auf Impulse zum Thema WIRtschaften
* einen Kurz-Vortrag ausarbeiten
* Kolleg:innen, Team
* Impuls-Zeit im Unternehmens-Meeting
* Gespräch mit Leitung


Es gibt viele Ideen und Ansätze zum anderen Wirtschaften: die Gemeinwohl-Ökonomie, Postwachstums-Ansätze, Degrowth, Commoning, Care-Ökonomie, lebendiges Wirtschaften, beseeltes Unternehmertum, Social Entrepreneurship, öko-faire Lieferketten, nachhaltige Beschaffung und vieles mehr…
Wie wäre es, im (monatlichen) Gesamt-Meeting eine Impuls-Reihe zu den Ansätzen zu starten. In jedem Meeting würde ein selbst gewählter Ansatz / eine Idee / ein Puzzlestück kurz vorgestellt (ca. 20 Min.). So können alternative Ansätze sichtbar werden und ein Gespräch über die innovative Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens kann sich entwickeln.

Vielleicht können Sie den Auftakt mit dem ersten Impuls machen, und interessierte Kolleg:innen setzen die Reihe dann fort. Wahlweise können Sie auch Themen-Expert:innen einladen, um einen Impuls-Vortrag zu halten.

Abwandlung
Gründen Sie parallel einen „Runden WIRtschaftstisch“ in Ihrer Organisation. Starten Sie mit 3-4 interessierten Kolleg:innen und sprechen Sie über die vorgestellten Impulse und mögliche Veränderungen in Ihrer Organisation. Am besten mit der Leitung absprechen und diese gleich mit dazu einladen!

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Kerstin Seeger

Sharing im Unternehmen salonfähig machen

* Etwas zum Verleihen / Verschenken
* Kolleg:innen
* einen Kurz-Beitrag mit Anleitung schreiben
* Intranet / Messenger oder Ähnliches
* Gespräch mit Leitung
* Gespräch mit IT-Verantwortlichen


Sharing (dt. Teilen) ist ein Schlüssel für Systemveränderung. Es gibt gleich mehrere Vorteile: Wir können Ressourcen schonen, Geld sparen, und müssen auf absolut gar nichts verzichten. Oben drauf bekommen wir mehr Kontakt zu unseren Mitmenschen und mehr Platz im Keller bzw. Abstellraum, weil wir nicht alles selbst besitzen müssen. (Zumal wir vieles nur sehr selten benötigen: Die durchschnittliche effektive Nutzungsdauer von privaten Bohrmaschinen beträgt durchschnittlich 15 Minuten pro Leben, dennoch hat fast jeder Haushalt eine.)
In vielen Köpfen herrscht aber noch der Gedanke vor, dass Teilen irgendwie „uncool“ ist. Das Gegenteil ist der Fall! In innovativen Communities ist der Sharing-Gedanke längst gängige Praxis. Im Mainstream sickert der Gedanke langsam durch. Seien Sie als Vorreiter mit dabei und etablieren Sie eine Verleih- und Schenkplattform in Ihrem Unternehmen!

Dazu bedarf es einer Liste von Dingen, die verliehen oder verschenkt werden können. Starten Sie einen Aufruf: Wer hat etwas zu verschenken, wer kann etwas verleihen? Es ist ein toller Anlass, die Sharing- und Schenkökonomie auszuprobieren. Alternativ zum Verschenken können auch Dinge mit einem „Zahl-was-Du-willst“-Preisschild angeboten werden. Auch das ist ein Ansatz für neue Impulse.

Wichtig: Es geht nicht darum, Gewinne zu machen, sondern gemeinsam Ressourcen zu sparen.

Variation 1
Ein „Verschenk-Regal“ in der Kaffeeküche bzw. im Pausenraum etablieren, wenn es digital nicht möglich ist bzw. für Ihr Unternehmen keinen Sinn macht.

Variation 2
Falls es auf der Internet-Plattform Ihres Unternehmens nicht klappt, könnten Sie eine „Suche-Biete-Gruppe“ auf Ihrer Messenger-App einrichten und Kolleg:innen dazu einladen.

Variation 3
– für besonders innovative Organisationen: Die Sharing-Plattform wird auch Partnern, Zulieferern und Kund:innen zugänglich gemacht.

Variation 4
Neben Dingen auch Fähigkeiten teilen – im Sinne von „Nachbarschaftshilfe“ (Reifen wechseln, Loch in die Wand bohren etc.).

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Kerstin Seeger

Arbeitszeit in Freundschaftszeit umwandeln

* Arbeitszeit
* Umplanung: Früher Schluss machen
* Freunde, Familie
* Telefon oder netter Treff-Ort, wie Picknick-Platz / Urban Gardening Projekt / Café / Kneipe


Die Australierin Bronnie Ware begleitete jahrelang als Pflegerin todkranke Menschen in den letzten Wochen ihres Lebens. Wenn sie die Patient:innen fragte, was sie in ihrem Leben bereuen oder lieber anders gemacht hätten, kamen meist die fünf gleichen Themen zur Sprache.
Auf Platz 2: „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“
Das kam ausnahmslos von jedem Mann, den Bronnie Ware pflegte. Auch einige Frauen äußerten dieses Bedauern. Die Angst, nicht genug Geld zu verdienen, oder der Druck, Karriere machen zu müssen, sind in unserer kapitalistischen Welt so weit verbreitet wie nie zuvor.
Platz 4: „Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten.“
Viele bereuen, dass sie ihren Freunden, ihrer Familie zu wenig Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt haben. Job, Karriere, Haus und Kram waren oft wichtiger.

Planen Sie eine „private Arbeitszeitverkürzung“, in der Sie sich dann Ihren Lieben bzw. Ihren Freund:innen widmen. Sie könnten sich zum Beispiel vornehmen, jeden Dienstag 90 Minuten früher Schluss zu machen, und dann in einen schönen Abend zu starten. Und zwar nicht, wie vielleicht üblich, völlig ausgepowered und erschöpft, sondern entspannt und offen für einen schönen Abend. Planen Sie diese Verkürzung im Terminkalender ein und informieren Sie Ihre Kolleg:innen und vielleicht sogar Ihre/n Chef/in darüber (bestimmt haben Sie genügend Überstunden, um das für eine gewisse Zeit auszuprobieren). Bei längerfristigen Dienstplänen sollten Sie das Vorhaben einen Monat im Voraus planen und Ihre Kolleg:innen informieren. Wer weiß, vielleicht können Sie andere mit dieser Idee anstecken…?

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Kerstin Seeger

Blickwechsel – mit anderen Augen auf Kolleg:innen schauen

* Kolleg:innen
* Arbeitsplatz
* Perspektivwechsel
* Gefühle und Stimmungen wahrnehmen



Neben Familie und / oder Partnerschaft ist der Arbeitsplatz fast der wichtigste Ort eines Menschen! Zumindest ist es ein Ort, wo man die längste Zeit seines Tages verbringt. Jeder Mensch kommt jeden Morgen mit seinen eigenen ganz persönlichen Themen in die Arbeit. Das heißt, jede:r bringt jeden Tag seine ganze Geschichte mit. Alles, was ihn glücklich macht und alles, was gerade in Unruhe ist. Fragen Sie sich einen Tag lang: Wie geht es meinem Kollegen / meiner Kollegin heute wirklich? Was bringt er/sie wohl mit? Welche Sprache sprechen die Augen? Sind sie ängstlich, wütend oder traurig? Manche sagen, dass in jedem von uns auch ein inneres Kind steckt – ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen. Wenn glänzende und leuchtende Augen uns begegnen, sehen wir vielleicht das Kind in unserem Gegenüber. Entdecken Sie das Kind in Ihrem / in Ihrer Kolleg:in?
Gefühl kann auch heißen: „Geh und fühle“ Gefühle wahrzunehmen fängt bei einem Menschen an und verändert Teams, Abteilungen, Firmen und die Welt.

Abwandlung
* Falls Kolleg:innen nicht vorhanden sind, gerne auch mit Bekannten ausprobieren.

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Kerstin Seeger